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Montag, 14. September 2015

Heimweg

Das Ziffernblatt der Mittweidaer Kirchturmuhr leuchtet dunkelgelb und lockend. Wenn es dahinter nur wirklich so warm wäre, wie es scheint.
Schmeichelnachtwind umspielt die Mülltonnen. Ich muss mich setzen. Auf dem Heimweg. Nicht einschlafen. Versandete Augen schnell benetzen.
Passiere nun die Stelle des Treppenhauses, wo des längst ausgezogenen Nachbars fiese Freunde ein großes Loch in die Wand boxten. Nostalgie.
Irgendwer hinterließ hier auch überall mit Bleistift gemalte Tags. So traurig. Nicht mal Geld für Filzer.

Freitag, 15. Mai 2015

Nachtwache / Nachtbeichte

Sitze im Dunkeln auf dem rotgeblümten Klippan in der Küche und gebe mich einer Minigolf-Simulation hin. Ich liebe Minigolf. In einer halben Stunde steht Darling auf, um einen Zug im Morgengrauen zu nehmen. Ich werde mit zum Bahnhof gehen und danach dann schlafen. Drei Uhr ist meine Müdigkeitsgrenze, ab da müssen, bei Wachzyklusverlängerungswunsch, Schokotaler in den Vinzmünzschlitz eingeworfen werden. Vinmünschlitz. Klingt wie ein Ort in Brandenburg. Mit sehr hoher Arbeitsmoserigkeit. Aber alle pflegen zusammen liebevoll den Minigolfplatz.
In vier Minuten dann der Adventure Time-Weckton aus dem anderen Zimmer. Noch keine Müdigkeit. Danke, ungesundes Bildschirmlicht.

Später das Geräusch bitterlichen Weinens eines Menschen, der gezwungen ist, eiskalt zu duschen. Das kriegst du niemals wieder aus dem Kopf.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Habe gerade einem Mann ohne Hände sein Dosenbier aufgemacht, nen Strohhalm reingetan, dann noch die Zigarette (Marke Petra) angezündet. Chemnitz.

Sonntag, 5. Januar 2014

Wie euch die Eltern angepeitscht von Nenas "Irgendwie,irgendwo, irgendwann" zeugten, mit haarigen Mündern, Limofahne, knisternder Kleidung.
Auf Feuerrädern Richtung ewiger Nacht durch die temporäre Zukunft. Sabine, wir machen jetzt ein Kind. Bist du sicher? Ja, hör doch, im Radio --- Nena!

Samstag, 28. Dezember 2013

Letzte Nacht traten Mr. President im Bannewitzer real,- auf. Der Rapper versemmelte dauernd seine Einsätze, weil ich so viele Fragen hatte: "Delroy, hast du eigentlich feste Lyrics, oder ist das gefreestyled? Delroy, warum guckst du so missmutig? Delroy, gib Obacht, dein Einsatz!!"

Es war kalt in der Warenanlieferungszone,  
aber Mr. President brachten die Erde trotzdem zum Beben.



Montag, 18. November 2013

Nach dieser wilden Nacht wird Ingo sein Pokerkoffer nicht mehr derselbe sein. Schön ins Bett eingemummelt denkt er noch mal an letztes Wochenende: Sauna-Kniffel. Seine Idee. Lächelnd entschlummert Ingo für immer.

(Ingos Mutter ist traurig, weil sie weiß, ihr werdet nicht zur Beerdigung kommen)

Samstag, 14. September 2013

Otfried Preußler-Ausgehstadien: 21.00 Die kleine Tratschhexe und ihre Mädels. 2:00 Der kleine Wodkamann. 16:00 Das kleine Katergespenst.

Nachts um drei, Jens Friebe ist im Facebook-Chat online und ich wüsste einfach nicht, wie ich ihn ansprechen sollte. Jetzt ist er wieder weg. Übrig bleiben Dota-Spieler und Leute, die ausversehn im Club online sind. Und jene, welche mit ICQ offen auf den Tod warten. Ich rauche nicht in Gegenwart von Kindern und getraue mich nicht, Nachts die Badewanne anzuschmeißen. So viel Rücksicht. Murr, murr. Genau genommen ist ein Bett um diese Zeit die bessere Wanne. Von oben verschließbar und man stirbt nicht, wenn man einschläft.

Sonntag, 2. September 2012

Das Gefühl, 50 NicNacs gleichzeitig im Mund zu haben. Im ekelhaftesten Club der Welt.

Mittwoch, 29. Februar 2012

29 / 02 / 2012

Ich streichelte die Datei mit vermeintlich fast fertigen Songs wochenlang, mit leicht zusammengekniffenen Augen. Mit der vollen Überzeugung, da in kurzer Zeit so viel Material zusammengeschrieben zu haben, dass es doch reichen muss für ein paar Songs.
Aber nicht alles, was man betrunken im Keller eines Clubs in sein Telefon getippt hat stellt sich später als brauchbarer Song heraus. Vielleicht hatte mich die Nyan Cat-Projektion im Keller des Metronom Clubs beeinträchtigt. Endlosschleife schleift Gehirn ab. Diesen Satz gab es so oder ähnlich schon sehr oft in diesem Blog. Gleich rege ich mich über das Wort Gehirn auf, weil es sich liest wie Gekräuse und Gekrauch - irgendwie unwürdig halt. Zwischen Brain und Mind, Gehirn und Gemüt muss es ja noch eine Zwischenstufe geben. Wie auch immer, ich hatte jetzt drei Wochen frei. Ich zappte da durch Spiele wie andere durchs Fernsehprogramm.
Ich hatte Phasen, in denen ich mich von den Phasen davor erholen musste. Grade eben habe ich Respekt vor Alkohol und Völlerei. 
Irgendwann kam dann das doch recht lang erwartete Paket von Annie Hardy und Aaron North. Hin und hergerissen zwischen Rührung (soviel Zeug und gefühlte persönliche Widmung) und dem Wissen, dass ich das bei eBay gekauft hatte (aber A. berichtete, den Namen V. immer im Auge gehabt zu haben). Ein Überraschungspaket. Auf der beigelegten Postkarte steht eine Adresse, an der ich mal einen Stein durchs Fenster werfen möge, sollte ich mal dran vorbeikommen. Dafür hab ich jetzt eine lebenslange Eintrittskarte für Giant Drag-Konzerte. Sollten die jemals wieder passieren. Eine kleine Band, eigentlich längst vergessen, aufrechterhalten über Paypal.  Neogrunge mit manchmal nicht ganz leicht erklärbarer Faszination.
Muss jetzt zum Briefkasten, zur Bank, in die Kaufhalle, Milch, Eier und Brot kaufen. Und Wurst.
Und dann mein Auto waschen.
Okay, hier stimmt was nicht: Ich muss zum Briefkasten und zur Bank. Eigentlich brauche ich nur Wasser und Erdnüsse. Auf Wurst und den anderen Neubaublock-Maiks Familie isst um 18 Uhr Ambndbrot-Kram kann ich verzichten. Ich hab auch kein Auto. Ich hab aber immerhin Haare, die ich mal waschen ... Ach komm jetzt.

Montag, 21. November 2011

Wochenenden tun Knochen pfänden. Den Freitag bezahlst du mit den Armen, das Aufrufen und Aktivieren der nötigen Kontakte kostet schließlich Kraft. Am Samstag verprasst du dein Rückgrat, nicht zwangsläufig, aber ein, zwei Wirbel sind nötig, für Drinks und Gelenkigkeit. Sonntag wird bezahlt mit der Schädeldecke. Zu Beginn der Woche sitzt du da und der Schreck kann dir nichts tun , weil er nichts findet, in das er fahren kann.

Montag, 25. April 2011

Party ist, wenn man sich erst in die eine Hosentasche kotzt und dann in die andere.

Freitag, 8. April 2011

Das passende Noise Cancelling-Profil für Kaufland-Besuche, Untermalung unheimlicher Abende im Regionalexpress, Schutzschild gegen Fußballfans? Salem, Salem, Salem.

Mittwoch, 17. November 2010

Eine Tanzfläche mit Notausgang. Ein Klavier in der Sitzecke. Nebel in der Studentenstadt.
Du bist der Nebel der Welt. Es irritiert dich, wenn man durch dich hindurchguckt.

Sonntag, 14. März 2010

Kindergeburtstag: Überleben statt Erleben.

Wenn alle Gin Tonic getrunken haben, liegt am nächsten Tag garantiert irgendwo eine aufgeschnittene Gurke rum. Ich kam auf meine 6 Stunden Schlaf, als ich in eine Höhle kroch, zwischen 3 und 4. Die Höhle lag unter einem Hochbett, links von einem Schrank. Ich fand eine Isomatte und einen Schlafsack. Ich musste mich zurückziehen und konnte es. Wie ein Falltürboden auf dem Dancefloor.
Alle Türen machen entsetzliche Geräusche, aber Tob. wacht nicht auf.
Mit der Gurke kann ich meine Augen kühlen, aber so arg haben sie es nicht nötig. Ich schaffte es, nicht aus dem Schlafraster rauszufallen.
Ich gucke mich im Photobooth an und Apple weiß genau, welche Werte der Schwarzweiß-Modus braucht, damit jeder sich glänzend und dunkel fühlt.
Das gestern war ein Doppelgeburtstag, aber die eine Fraktion kam, fror und lästerte über die andere.
Die Frau, die am meisten lästerte, hatte ein Gesicht in Form eines hündischen Tetrapaks, 1 Liter Strohsaft.
Mittlerweile kann ich im Photobooth die Sonne durch die Jalousien hinter mir scheinen sehen. Ein Ende, das die NEON irre glücklich gemacht hätte.
Obwohl ich nur vom Überleben schrieb, nicht vom Erleben.