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Montag, 15. Februar 2016

Dann betrat ein Bahn-Animateur das Abteil, machte Stimmung mit einer Trockeneismaschine und alle Füße versanken in pittoreskem Bodennebel.

Freitag, 25. September 2015

SEV Mittweida-Chemnitz

Der Busfahrer entsorgt seine Happy Meal-Verpackung. Jemand könnte daraus Schlüsse ziehen. Niemand sollte es tun. Vielleicht aß er mit seinem Kind, das er nur so sehen kann. In einer Pause, an einem Bahnhof.
Ein ungewöhnlich voller Bus.
Viele Schüler.
Biermoleküle in der Luft.
Ich verstehe die Wege aus Mittweida raus nicht. Es gibt mehrere.
Irgendwo gibt es eine Agentur, die vielleicht davon lebt, sich immer wieder neue Variationen derselben Schwarzfahrwarnungen auszudenken: "€ 40 ,- sind viel Geld..."
Wie oft hat mein Gehirn dieses eine Schild schon erfasst?
Passieren einen Fristo-Getränkemarkt.
Zschöppichen 2 km.
Das Gefühl von Ellenbogen gegen Busscheiben. Kühlung und Schmerz.
Kleine Punkte im Dichtungsbereich der Scheibe. Sie werden dichter zum Rand hin.
"Von hier aus kann man bis X sehen."
Ja, aber wozu.
Die Luft wird bereits knapp hier drin.
Die Lunge enger schnallen.
Ich weiß nicht, wo wir sind.
Wieso ist jetzt hier der Freizeitpark "Sonnenlandpark"? Er wird mit Solarzellen befeuert.
Das Wort "Tristesse" ist eine Erfindung von Menschen, die auch ihre Kinder bunt ansprühen würden, wären sie ihnen zu fad.
Ist das jetzt die Autobahn? Oder nur ein Autobahnzubringer?
"40 Minuten sind viel Zeit..."
Unregelmäßig bewachsene Lärmschutzwälle. Einzelne Frames eines ganz okayen Films, der vorbeiläuft. Herbstliches Flackern. Schlechter Soundtrack. Oxygenmoron. Mein Gehirn kocht. Auf Sparflamme. Diese Busfahrt war verdunkelnd, nicht erhellend.
Chemnitztalstraße 16.
Oh, hier ist die Wurzel der bunt angemalten Chemnitzer Esse.
Schöner als der Eiffelturm.
Plattenbauten aus Vinyl. Alle Wände können klingen, wenn man sie mit einer Nadel langfährt. Rillen in allen Zimmern, unter der Tapete. Ich ersehne mir das Ziel der Fahrt, damit ich diesen Text abschicken kann. Sorge mich um seine Beständigkeit im Arbeitsspeicher des BlackBerrys.
Ich könnte so tun, als wäre ich bereits angekommen. Aber vielleicht verpasse ich einen Eindruck auf den letzten Metern.
Eingeschlagene Scheiben, Haarschneidegeschäfte. Bitte hört auf, euch über Friseurnamenwortspiele zu mockieren. Die haben vielleicht nichts anderes. Ihr wollt ja nicht mit Friseur*innen reden, es sei lästig. Also denken sie sich Wortspiele aus, während der Akkurasierer summt und die Blondierung leise vor sich hinätzt. Vermutlich entstehen da auch noch andere Sachen. Gedichte über Hinterköpfe. Der Bahnhof ist in Sicht.
Goldener Schein auf dem Dach, kleierner Haferbreihimmel drüber.
Füße auf Kopfstein. Lass mich dich in Sicherheit bringen, Bustext.

Samstag, 24. Januar 2015

Halbtrunken in Stadt Wehlen

Die Elbe ist ein gräuliches Band, wir fahren parallel dazu im Auto entlang. Wollten eigentlich nur spazieren. Fluß, Straße, dann ein Riegel Häuser, dann die ehemaligen Steinbrüche.Vater erzählt von den Großeltern, wie sie 1948 nach der Vertreibung aus Ungarn hier landeten, bei einer älteren jüdischen Frau im Haus wohnten. Er spricht auch über Großvaters mentale Probleme, aber das sei alles ein Geheimnis in der Familie. Ich frage nach Tagebüchern. Die halte, falls es sie überhaupt gebe, Oma unter Verschluss. Kommen in Stadt Wehlen an. Die tschechische Grenze ist nicht sonderlich weit. Bis zum Grenzübergang Schmilka sind es vielleicht 20 Kilometer. Wir haben beide kein Talent, schöne Cafés auszusuchen. Ich möchte etwas mit Schuss. Neben uns eine Großgruppe von Kleinkindern, die ständig erzählen, auf wen sie als nächstes schießen möchten. Ich werde verschont.

Neulich sah ich eine Futtertalentschau auf RTL. Die Jury so: "Dieses Essen würde gut zu einem Büffet im Swingerclub passen." Das war schön.

Wir werden von Elvira bedient.
"ES BEDIENTE SIE: Elvira", sagt auch der Bon.
Wanke nach draußen, schnupper die Pirnaer Winterluft. Elvira muss hier bleiben. Och...

Elvira kommt schon klar.
Vielleicht hat sie ja einen Ehemann in der IT-Bronsche, der ihr zart im Bett zuflüstert: "Avira-Elvira, du bist mein Lieblingsvirenscanner."
Dann treffen wir auf der Landstraße Onkel Anton. Der spielte früher Fagott in der Komischen Oper Berlin.
Du, Elvira, träumst du von Berlin?

Kalter Samstag

Habe gerade den falschen Zug erwischt, wollte nach Dresden. Nun! Hallo, Hohenstein-Ernstthal, hier gibt es doch sicher eine Wartehahahahahahahaha...
Ich sehe mich um, habe nun eine Stunde Zeit. Mich friert es in meiner sexy Bomberbluse. War, wie so oft, nicht auf Wartezeiten programmiert. Dicke Jacken schützen, aber dafür bestrafen sie auch. Mit Hitzewallungen und Unbeweglichkeit. Bei perfekter Planung braucht man sie nicht.

Ein Golden Toast-Laster fährt vorbei. Ich fotografiere eine Norma-Tüte. Fahre Fahrstuhl. Es gibt doch eine Wartehalle. Natürlich ist sie zu. Überall Wildwest-Wandbilder. Von Dampfloks und Indianern.
Hohenstein ist Karl Mays Geburtstadt. Suche mir auf dem Stadtplan eine coole Adresse raus. Spiele das Szenario durch, hier bleiben zu müssen. Am Hasenhügel klingt gut. Oder Am Fuchsgrund!
Männer mit orangen Kapuzen werfen mir finstere Blicke zu. Möchte meinen Haarwirbel bedecken. Verschmelze nun mit einem Karl May-Wandbild.
Doofer Haarwirbel am Hinterkopf als Brandzeichen und Sollbruchstellenmarkierung, damit Schläger wissen, wohin mit dem Baseballschläger.

Kurz vorm Kältetod erscheint einem Sue White aus Green Wing und nimmt einen in ihre vier Meter langen Arme. Dann wird alles dunkel und warm.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Habe gerade einem Mann ohne Hände sein Dosenbier aufgemacht, nen Strohhalm reingetan, dann noch die Zigarette (Marke Petra) angezündet. Chemnitz.

Samstag, 14. Dezember 2013

14 / 12 / 13

Die beiden beliebten spanischen Sagengestalten Hell y Hansen in ihrem Winterkleid.
Als X. aufhört, das Haus zu verlassen, beginne ich mit dem Tragen seiner Jacken, damit zumindest ein Teil von ihm nach draußen kommt.
Die Kleidung von X. hält nicht sonderlich warm, aber sie schmiegt sich an, Herren schmiegen sich ja sonst nirgends an und so sind auch ihre Winterjacken: steif wie eine Rüstung, die den Hintern vor tödlichen Angriffen schützt.
Wie das mit den Zigaretten im Winter geht? Eigentlich nur mit Lug, Betrug und Rücksichtslosigkeit. Rauchen am Fenster im Flur, rauchen an der halbgeöffneten Tür nach draußen zum Parkplatz. "Darf ich bei dir einziehen?", fragt die Dampfwolke und dann kriecht sie schon ohne Nachfrage in die Fasern deiner Unterwäsche.
Dieses Weihnachten wird das beste aller Zeiten, das zweite völlig allein (also gar nicht allein) mit X. und das erste unter Verlobungsvorzeichen. Wir werden tiefgekühlte Früchte in geschmolzene weiße und dunkle Schokolade reintunken und kleckern und niemand wird irgendwen damit füttern.

Sonntag, 1. September 2013

Gleich 16 Uhr, wird Zeit, dass Otto Benjamin sein Insulin spritzt. Herr Tierlieb schaut
Bestiality-Videos im Büro. Sonntag im Neustädter Zoo.


Bingekaffeetrinken mit der ganzen Familie. Alle fahren sich zärtlich über den Mund. Ist es nicht bezaubernd, dieses generationsübergriffige?


Die Geleebomber fliegen tief und werfen rotweingetränkte Früchte auf blasse Tortenbodenhäuser. Bienenstich in der Magengegend. Angstangst.


Sollte mir noch mal jemand einen Mangel an Gottesglauben vorwerfen, kann ich immerhin sagen: ich glaube an Koffein-Augenroller.


Meine Mutter und ich benutzen dieselbe Tagescreme.


Traurigkeit sieht nur von oben aus wie Larmoyanz.

Mittwoch, 29. Februar 2012

29 / 02 / 2012

Ich streichelte die Datei mit vermeintlich fast fertigen Songs wochenlang, mit leicht zusammengekniffenen Augen. Mit der vollen Überzeugung, da in kurzer Zeit so viel Material zusammengeschrieben zu haben, dass es doch reichen muss für ein paar Songs.
Aber nicht alles, was man betrunken im Keller eines Clubs in sein Telefon getippt hat stellt sich später als brauchbarer Song heraus. Vielleicht hatte mich die Nyan Cat-Projektion im Keller des Metronom Clubs beeinträchtigt. Endlosschleife schleift Gehirn ab. Diesen Satz gab es so oder ähnlich schon sehr oft in diesem Blog. Gleich rege ich mich über das Wort Gehirn auf, weil es sich liest wie Gekräuse und Gekrauch - irgendwie unwürdig halt. Zwischen Brain und Mind, Gehirn und Gemüt muss es ja noch eine Zwischenstufe geben. Wie auch immer, ich hatte jetzt drei Wochen frei. Ich zappte da durch Spiele wie andere durchs Fernsehprogramm.
Ich hatte Phasen, in denen ich mich von den Phasen davor erholen musste. Grade eben habe ich Respekt vor Alkohol und Völlerei. 
Irgendwann kam dann das doch recht lang erwartete Paket von Annie Hardy und Aaron North. Hin und hergerissen zwischen Rührung (soviel Zeug und gefühlte persönliche Widmung) und dem Wissen, dass ich das bei eBay gekauft hatte (aber A. berichtete, den Namen V. immer im Auge gehabt zu haben). Ein Überraschungspaket. Auf der beigelegten Postkarte steht eine Adresse, an der ich mal einen Stein durchs Fenster werfen möge, sollte ich mal dran vorbeikommen. Dafür hab ich jetzt eine lebenslange Eintrittskarte für Giant Drag-Konzerte. Sollten die jemals wieder passieren. Eine kleine Band, eigentlich längst vergessen, aufrechterhalten über Paypal.  Neogrunge mit manchmal nicht ganz leicht erklärbarer Faszination.
Muss jetzt zum Briefkasten, zur Bank, in die Kaufhalle, Milch, Eier und Brot kaufen. Und Wurst.
Und dann mein Auto waschen.
Okay, hier stimmt was nicht: Ich muss zum Briefkasten und zur Bank. Eigentlich brauche ich nur Wasser und Erdnüsse. Auf Wurst und den anderen Neubaublock-Maiks Familie isst um 18 Uhr Ambndbrot-Kram kann ich verzichten. Ich hab auch kein Auto. Ich hab aber immerhin Haare, die ich mal waschen ... Ach komm jetzt.

Freitag, 25. März 2011

24. Geburtstag (John Maus in Frankfurt)

- Alle Leute im Zimmer stoßen sich an dem einen Stuhl, der drin rumsteht

- Die Angst vorm Umkippen von Stockbetten

- Verpixelte Zähne

- Tauben am Fluss

- Im Zeitschriften-Haltenetz steckt ein raketenförmiger Kuli namens "K1 Schneider". Sir, sie haben ihren Massenvernichtungsstift vergessen!

- Ob es Leute gibt, die Bäume eklig finden?

- Wenn aus einem Sexshop die Kelly Family tönt, weiß ich auch nicht mehr weiter

Sonntag, 4. Juli 2010

Fahre barfuß Fahrrad. Pedale pieksen Füße. Nichtmal Hirn für Haikus (gerade).
Vorbereitung mündlicher Prüfung. Samstag ist Geldmord. Der Kater im Morgengrauen wieder am Tor.
Er kann heulen wie ein Wolf. Meine Sätze werden länger. Ich war duschen. Ich habe mir die Druckerschmiere von den Händen gewaschen, vorläufig zum letzen Mal, hoffentlich auf lange Sicht.
Dieser Sonntag ist kühl. Ich trage nur noch kurze Hosen.

Donnerstag, 10. Dezember 2009



Kater steht mit mir auf (um 5.30), um zu seinem neuen Printjob zu gehen. Gleich am ersten Tag ist  das Schwarz alle. Aber für heute reicht es, auf die Forsetzen-Taste zu drücken.
Morgen geht er dann los und sucht teure Originalpatronen und vertrödelt dabei viel Zeit in der Stadt.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Brann Lelie steht vorm Spiegel. Er hat sich bei der Portionierung des Haarwachses vergriffen. Die Frisur wird rot unterstrichen, unerwartet, wie Rechtschreibprüfung in einem fremden Internetbrowser. Lelie muss sich für passende Schutzkleidung entscheiden. Der Mantel hält zuverlässig warm, drunter passt aber nur ein T-Shirt, in dem er dann am Arbeitsplatz frieren wird. Die Lösung ist, nicht sofort dorthin zu gehen.
An der Bahnhaltestelle findet B. in seiner Tasche ein Stück schwedisches Knäckebrot von gestern und spürt dem Mantelfutter nach, welches an den nackten Armen ein klein wenig klebt. Wie die Böden in den Häusern der Menschen, die Lelie zu seinen Freunden erklärt hat, obwohl er sie dafür bezahlt, mit ihm zu reden. In der Wohnung von F. läuft Zigarettenelektro. F sagt: "Das ist nicht meine Wohnung, es ist mein Geschäft! Ob mir irgendwas auffällt an Brann? Er stößt mit seinem Knie bei jedem Besuch vier mal gegen meinen Wellblech-Tresen, vor Aufregung!"

Sein Arbeits-Einsprungpunkt ist nicht mehr weit weg, jetzt muss er sich verabschieden vom Radio, der gelben Lampe und auch der pinken Röhre.
Last Christmas ist doch ein ziemlich gelungener Weihnachtssong, dessen dezente klangliche Gedämpftheit  das Gefühl vermittelt, in einem Raum zu stehen, in dem vier Fenster sind und vor jedem schneit es.

Mittwoch, 11. November 2009

wo sind die bowlingkugeln, die palmen, die pinken lichter

(hier nicht)

Freitag, 16. Oktober 2009

Rhossili Beach ... als wäre es ein Ort in Johto. (7 Tage Swansea)

Montag, 24. August 2009

Ich bin mein Gepäck. Der Rollkoffer, den ich hinter mir herziehe, ist Zugeständnis. Der Karstadt-Plastikbeutel Scham. In der Umhängetasche bewahre ich alles, was ich bei mir und an mir haben möchte.
Gleich in den ersten Minuten der Reise muss die sorgfältig angelegte Schichtung des Handgepäcks angreifen, denn das Geld ist eingeklemmt zwischen Waschbeutel und Taschenwand.

Samstag, 15. August 2009

Arbeitende Maschinen auf Baustellen haben immer Stimmen, manche klingen wie Kleinkinder. Neulich hörte ich ein Motorboot zweistimmig singen, ein Akkord bildete sich.
Ich sollte mal wieder Musik verschicken.
Die Spex hat eine Soundcloud-Dropbox.
Einen Tag werde ich in Leipzig sein.

Freitag, 14. August 2009

parataktisch

Die Regionalbahn-Verbindung wird 40 Minuten schneller sein als die des ICE. Bei Burgerking gibt es Asche-Eis.
The XX sind wie ein frisch aufgeräumtes Zimmer. Die Stimmen bräuchte es nicht wirklich.
Coraline verliert seinen Sinn, nachdem das Kind ohne zu zögern wieder durch den Tunnel kriecht, obwohl es gerade noch davonkam. Ich neige dazu, solche Verhaltensweisen immer als Suchtmuster zu lesen. Ist aber nicht gegeben vom Drehbuch.

Illustration zum Eis, die durch diesen Kommentar ihrer Zeigfreudigkeit enthoben wird, d.h. nicht mehr dafür steht, dass einmal etwas passiert ist und ich dieses eine Mal, ach was solls.

Sonntag, 2. August 2009

Diesmal schon

Vor einem Jahr erwähnte ich einen Rummel, auf dem ich dann nicht war.
Direkt auf der Rückseite des Festplatzes drängen sich Wohnwagen, so dicht, dass ihre Türen kaum Spiel haben. Die Besitzer der Fahrgeschäfte fürchten, die rotierenden, kräfteschwingenden und drohlichen Maschinen könnten einfach wegfliegen. Wenn es Nachts mal einen Kurzschluss geben  sollte und es soweit ist, wollen sie wenigstens dabei sein. Auf Wiedersehen, "Rache des Poseidon"! Zerschredder ein paar Satelliten auf deinem Flug.

Montag, 4. Mai 2009


Wer sich den Kopf stößt, wird geblitzt

Trauerrohr mit Muffentlüftung

Ottergelbe Goldgardinen

Montag, 27. April 2009





Eine Werkstatt wurde abgerissen, es blieben rote Augen übrig, eines passte auf Jakumos Mund.