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Freitag, 31. Juli 2015




Auf www.abseitspop.de kann man nun Nachtbus fahren.
Als Teufel, Vogelmensch und Bioniker.
(Nicht alle Texte kommen bei allen Fahrten.)

Samstag, 25. April 2015

Computercortison

Fette Flocken statt fetter Schrift. Der Rechner summt.
Und betäubt die Nerven.
Memes aus Moos: draußen ist was los.

Vor kurzem brannte meine Grafikkarte durch. Nicht weiter schlimm, kauft man sich eben eine neue. Beginnt, sich mit diesen Geräten zu beschäftigen. Drei Lüfter, ein Kühlergrill, vier Lüfter, lächerliche Bezeichnungen. Monster mit Preisschild. Ich wollte nicht, konnte für so etwas kein Geld ausgeben. 200€ und aufwärts, Kosten eines Mikrourlaubes.
Also unterwegs mit Onboard-Grafik. Kein The Crew, kein Geglotze in künstliche Welten, klar, manches ging, aber mit Verzögerungen. Rissen im Bildschirmgemälde. Stattdessen spielte ich alte Titel von Spiderweb Software – Geneforge, Avernum: Escape From The Pit. Außerdem Sunless Sea. Textbasierte Titel mit hohem Fremdweltengrad. Großartige Spiele, keine Substitute. Aber mit hohen Anforderungen an die Vorstellungskraft. Aber selbst Sunless Sea, ein Unity-Titel, lief mäßig. Ich wurde nervöser. Etwas fehlte.
Ich suchte weiter nach Grafikkarten, ganze Abende lang, nach etwas, das mir dumme Entspannung – nichts lesen müssen, nur gucken – garantieren würde, aber trotzdem mit Bescheidenheit: nur ein Lüfter sollte es sein. Ich weiß nicht ganz, warum mir das so wichtig war.
Ich erinnerte mich an Spielesessions, bei denen ich stundenlang geradeaus gefahren war, mit dem Gamepad in der Hand und überhaupt nichts fühlte, als hätte ich ein starkes Schmerzmittel genommen. Dazu Musik. Alles legal und im Rahmen der Möglichkeiten.
Die Fluchtorte waren mir nicht mehr zugänglich, die Zugangsvorraussetzung durchgebrannt. Von anderen höre ich oft, dass, wenn etwa ihr Smartphone kaputt geht, von irgendeinem Freund immer schnell Ersatz herkommt. Ältere Technik, die nur rumliegt, rutscht die Rampe runter zu einem. Bei mir nicht.
Ich bin oft für andere da. Höre mir an, was sie für Probleme haben, oft sind das komplexe Darstellungen von Beziehungsgeflechten, die man entwirren muss. Mir war es nie aufgefallen, aber ich spielte tatsächlich zur Entspannung. Ich gebe es zu. Um nicht da zu sein? Was weiß ich. Es steht vielleicht im Widerspruch zu allem, was ich bisher auf dieser Seite behauptet habe. Der Wegfall der konstruierten Pose, drunter liegen angeschmorte Nerven.
Wie soll ich mich nun verhalten? Eine Grafikkarte kaufen ist, wie ein schwarzes Ticket zu erwerben, kein goldenes, die findet man ja per Zufall.
Kennt ihr das, ein Suchtmittel abzusetzen? Stellt euch vor, das Internet fällt für ein paar Stunden aus, man ruft trotzdem den Browser auf, um gegen eine Fehlerwand zu laufen. Eine Reihe von Schocks. Dann setzt die Heilung ein.
Gefühlt häufig fängt man dann an, zu zeichnen. Die Zeit verlangsamt sich, man kann Stunden wieder in Echtzeit fühlen, sie werden nicht runtergerissen oder verschlungen. Es tröpfelt.
Ich weiß nicht, ob ich an manche Orte zurück möchte, die virtuellen USA, das virtuelle Hawaii, Ibiza. Vielleicht muss ich dort wirklich hin. Mit dem Durchbrennen meiner Grafikkarte ist etwas passiert, ich kann es noch nicht benennen, aber es geht um weitaus mehr als Bildraten.
Ich schreibe diesen Text in Leipzig. Leipzig ist nicht weit weg von Chemnitz, trotzdem war ich kaum dort die letzten Jahre. Ich musste nicht. Wenn ich fort wollte, konnte ich schneller springen, billiger, immersiver. Aber in Wirklichkeit saß ich mit einem knubbeligen Gamepad zu Hause und glotzte. Gamepads haben sich durchgesetzt am PC, viel mehr Menschen nutzen sie. Vielleicht, weil man dabei etwas in der Hand hat, dass sich wie ein Organ anfühlt. Bei Maus und Tastatur muss man die Hände ausstrecken. Sie liegen flach auf den Geräten. Es ist eine künstliche, technische Situation. Bei Gamepads klammert man, das Ziel ist, alle Übersetzungsmühen zu nivellieren. Irgendwas stimmt mit diesem Immersionsgedanken nicht. Vielleicht bin das auch nur ich.
Das war kein Erweckungserlebnis. Eher ein Erschreckungsbewegnis. Computerspiele sind Cortison. Ich glaube nicht, dass diese Verletzung so schnell aufhören wird, wehzutun. Vielleicht ist es auch gar keine Verletzung, sondern der eigentliche Antrieb, fortzuleben, der schmerzen muss. Den man keinesfalls verkleben darf.

Montag, 13. April 2015

Grand Theft Abfall

Ich würde mir lieber den Quellcode von 3D Sex Villa in Frakturschrift auf den Rücken tätowieren lassen, als freiwillig GTA V zu spielen.

Dienstag, 24. März 2015

Pierre B., Erfinder des Videospiels

Pierre Boulez, Urvater des Videospiels, mit einem Prototypen seines Rennspiels "Pierre Boulez Kart Racer". 

Pierre Boulez und John Carmack diskutieren lebhaft die Auswirkungen von "Commander Keen" auf die Popkultur. 

Und zu guter Letzt: Pierre Boulez 1970 beim Test einer von ihm entwickelten Gestensteuerung für Computerspiele. 

Montag, 23. März 2015

Glamouröses Durchbrennen

Meine Radeon-Grafikkarte brannte vorhin durch, als ich gerade ein gigantisches Foto einer Flasche "Gräfin Cosel Rosé" herunterlud.

Samstag, 21. März 2015

Greus Geburtstag

Arx Fatalis: Monster, die keine Monster sind. Du siehst sie  von weitem und kannst nicht sicher sein.
Eine wichtige Lektion.
Ich habe nächsten Mittwoch Geburtstag. Und die meisten Freunde verloren.

Montag, 23. Februar 2015

Satanisches Singwochenende

Ich beende wenige Spiele.
Aber am Wochenende hab ich einen meiner Lieblingstitel - Clans, in Deutschland Satanica - durchgespielt. Ich brauchte 16 Stunden, in Echtzeit aber mehrere Monate. (Mein englischer Text dazu ist, oh je, bereits 6 Monate her!)

Außerdem habe ich Samstags und Sonntags viel über meine Gesangsstimme gelernt. Der Nachteil an dem Gelernten ist nur, dass die Liste der Dinge, die ich stimmlich nicht mehr machen will, noch viel länger geworden ist.

Dieses Clans ist total nihilistisch. Ein Totklickrollenspiel ganz ohne Erfahrungspunkte. Verweigerung von simplen Belohnungen. Erotisch und ganz in Grau und Braun. Ich wiederhole mich. Egal.


Sein indirekter Nachfolger Dragonfire hat nicht mehr diese geil gestrengen Filmation-Anleihen, stattdessen sieht es eher aus wie Baldur's Gate. Mit einer Art von halbflacher Perspektive, die ich nicht verstehe - aber vielleicht fand man die strengwinkelige Ansicht irgendwann einfach zu technisch, zu altmodisch.
Aber man kann in Dragonfire als Ente spielen.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Auszug: Vinzenz' Videospieljahr.

Die meisten AAA-Titel gehen jährlich an mir vorbei, dadurch bleiben mir viele von diesen eigentlich absolut absehbaren Enttäuschungen erspart – ich meine, wie seltsam muss man sein, um sich auf einen Hirnfurz wie Watch Dogs so richtig zu freuen? Wo ist da das Enttäuschungsgefälle? Bereits aus den allerersten Bildern vor Jahren war die Dummheit dieses Spiels ableitbar. Diese Launchenttäuschungszeit bei großen Titeln gibt mir immer wieder Rätsel auf. Nun, ich kaufe mir also auf Steam lieber alte Spiele, wie zum Beispiel BloodNet:
[ BLOODNET ] & [ SHADOWRUN: DRAGONFALL ]
BloodNet ist eigentlich von 1993, kam aber dieses Jahr auf Steam raus. Das Spiel ist greifbar cool. Unterkühlte Menschen mit Digiportraits reden scheinbar wirres Zeug, aber es macht so viel Sinn. Für mich ist VERWIRRUNG das Leitmotiv der Zukunft, dazu gehören ZWINGEND abstruse und alptraumhafte Interfaces. Tom Cruise kann gerne in der Luft rumwischen. Ich will fummeln. Neuromancer z.B. simuliert BBS-Mailboxen mit entsprechenden Texteingaben – geil. Kann sein, dass ich BloodNet nie durchspielen werde, aber das ist mir egal, für mich ist es wie Ausgehen mit kaputten Menschen. Sinnhaftigkeit spielt da eine untergeordnete Rolle, es geht um alberne Orte und schiefe Musik. Für mich ist BloodNet der Film Liquid Sky als Computerspiel.
Dragonfall wollte ich hassen, denn es begann mit dem Ernst von Schultheater, Dinge werden “vom Mondlicht beschienen”, irgendwer “lächelt sauer”, oder “fährt sich durch das kurze, schwarze Haar” und die Lakonie der knapperen Sätze wirkt erzwungen, weil sie umstellt sind von anderen Sätzen voller hechelnder Adjektive. Klingt nicht gut für ein Textadventure mit unterstützenden Grafiken, es wird aber nach der ersten Schlauchmission wesentlich erträglicher. Ja, ich bin der Textmensch von Shodannews, das bringt mich zu…

[ CHOICE OF THE DEATHLESS ] vs. [ SHADOWGATE REMAKE ]
Ich kannte den Katalog von Choice of Games bereits vom Appstore meines Uralt-Palm-Handys, dort fiel mir immer deren strenge thematische Limitierung auf – es gab ein Spiel über Vampire, das Anne Rice nachäffte, andere mit Ninjas, Piraten, Superhelden. Choice of the Deathless ist freier, die Prosa manchmal etwas klebrig, aber insgesamt hochspannend, weil es es schafft, sich zwischen Grim Fandango, Shin Megami Tensei und Ally McBeal zu positionieren. Ich habe mir auch noch ein paar andere Spiele gekauft (Choice of Robots etwa), aber die sind mir größtenteils zu brav. Macht aber nichts, die kriegen weiter mein Geld.
Das Shadowgate-Remake war hingegen nichts. Man klickt halt auf Standbildern rum, die mit hochwertig gemeinten Effekten “belebt” werden sollen, alles ist zäh, unreaktiv, die Texte blubbern vorbei wie Dünnschiss im Rinnstein einer Mittelalterstadt. Das hier ist einfach nur eine zusammengestoppelte Fantasy-Geisterbahn, kein Raum passt zum nächsten, mies proportionierte, unfertige Zeichnungen. Ein weiterer Beweis dafür, das die meisten nostalgischen Kickstarter-Projekte eigentlich nie veröffentlicht werden bräuchten – ein Steam-Key an die “Bäcker” würde genügen. Hier, friss dein altes Brot, an dem mit rumgeknetet hast. Ja, dein Name steht auf dem Etikett unten am Brot. Kann man mitessen. Muss man aber nicht.

[ EIDOLON ] & [ HEAVY BULLETS ]
Zwei Spiele wie eine Doppelbeerdigung. Eidolon, ein weicher Lustwandelemulator, mit “Notizen” und “Tagebucheinträgen”, bisschen Überlebenskram, ansonsten Innerlichkeit pur. Schau, ein Reh. Schau, der Nebel. Ein Busch! Mhmm. Beeren. Müsste eigentlich extrem langweilen. Jeder Frame wäre gerahmt ein hübsches Motiv, die Musik säuselt. Aber. Die Grafik ist interessant, sie bietet Umrisse von Bäumen, löst damit Naturerinnerungen aus, die man so im Kopf hat. Ein konkret nachgebildeter Baum im Computerspiel kann nie gewinnen, er ist ein ein Abklatsch. Aber die Pfade, auf denen man latscht, sind ausgetreteten, das Wandergenre ist am Ende. Eidolon ist ein würdiger Abschluss dessen. Würdiger als die Naturkitschorgie The Vanishing Of Ethan Carter, die dumme Gamesredakteure zum einzigen Kunstvergleich hinreißt, den sie ihren Hirnchen abpressen können:
DAS – KEUCH! – SIEHT JA AUS WIE – CASPAR-KEUCH-DAVID-FRIEDRICH-UFF! Erstmal ein NicNac essen! Es ist ein Kunst! Ein großer Kunstwerk! 2007 oder so wünschte ich mir mehr Spiele, in denen die Landschaft zum Hauptgegner ist – es gab nichts. Heute gibt es genug. Es ist vorbei.
Hört auf, säuselnde Naturspiele zu machen, verschwendet eure Zeit nicht. Kerle vor die Säusel.
Zu Heavy Bullets schrieb ich bereits einen Eintrag, ich zitiere daraus: “Heavy Bullets ist übrigens toll. Glaubhafte Vegetation durch Abstraktion, eine Shootermechanik mit begrenzten Kugeln, die man immer wieder einsammeln muss, wodurch blindes Geballer komplett wegfällt, trotzdem äußerst schnell. Außerdem eine akzeptable Auslegung der mittlerweile müffelnden Neon-Palette.”Ja, Cyan und Magenta, Oma und Opa, die irgendein fieser Arsch irgendwann mal exhumiert hat, jeder durfte mittlerweile mal ran, nächstes Jahr kommt der Nekrophilen-Superbully “Hotline Miami 2″ und wird … es nochmal tun. Ja, Hotline Miami ist der Fritzl unter den Videospielen. Vielleicht sollte ich diesen Vergleich ausbauen? Nö. Heavy Bullets ist jedenfalls beinahe mein Spiel des Jahres. War ein Geschenk von Onkel Toni.

[ BIK – A SPACE ADVENTURE ] vs. [ MOEBIUS: EMPIRE RISING ]
Adventures sind vorbei, das haben dieses Jahr ausgerechnet die bewiesen, die das mit Sicherheit nicht wollten. Broken Sword 5 war ein Witz, Jane Jane Jensen, über die ich hier oder woanders schon genug ablästerte, ruinierte ihren eigenen Mythos im großen Stil, indem sie mit dem unfähigsten Adventureentwickler der Welt kooperierte und bewies, dass sie eine ganz normale Taschenbuchtante ist, die sich in ihrer Adventureküche Traummänner backt. Ach ja, Moebius. Das war Mist. Ein Kunsthändlerarschloch reist um die Welt, gibt zu allem blasierte, sexistische Kommentare ab. Zwischen muss er Menschen ablenken. Wie in allen Adventures seit 30 Jahren. Menschen ablecken wäre echt mal eine Abwechslung. Es gab aber zwei Adventures, mit denen ich nicht rechnete, eines ist schon älter und heißt Culpa Innata, indem man, ähnlich wie in Choice of the Deathless, einen relativ normalen Arbeitsalltag nachvollzieht. Das andere war Bik – A Space Adventure. Sieht aus wie ein BiFi-Werbespiel (I like), hat sauber komponierte Musik, zwischendurch fast sowas wie normale Bosskämpfe (light), es ist fluffig und flairig. Es funktionierte einfach. Kennt ihr Mission Supernova von den Dingel Bros.? Bik ist nicht so, aber irgendwie doch. Es ist süß! Verdammt.

[ DEVIL SUMMONER: SOUL HACKERS ] vs. [ SHIN MEGAMI TENSEI IV ]
Das Megami Tensei-Universum ist gigantisch. Es gibt eine Hauptlinie, gefühlt dutzende Nebenzweige. Habe keine Lust zu dozieren, aber im wesentlichen sind es Dungeon Crawler, die in Bürogebäuden, Supermärkten, Kühlhäusern, verlassenen Endzeithäuserschluchten passieren. Und man kann mit seinen Dämonengegnern reden, sie in Multiple Choice-Dialogen davon überzeugen, den Spieler zu unterstützen. Der letzte Hauptteil, Shin Megami Tensei: Nocturne, kam 2003 auf der PlayStation 2 raus. Nun die IV. Auf dem 3DS, nur digital erhältlich.
Ich habe Shin Megami Tensei IV noch lange nicht durchdrungen, ich weiß auch noch nicht, wie ich seine Samuraigeschichte finden soll, ich erwähne es eigentlich nur, weil es aktuell ist und weil ich unbedingt zu Shin Megami Tensei: Devil Summoner: Soul Hackers (!) kommen möchte. Das kam eigentlich schon 1997 auf dem Saturn raus, wurde aber 2013 oder 2014 auf den 3DS portiert.
Und es ist großartig. Durch die Bank. Es fängt den nervösen Internet-Buzz seiner Zeit ein, hält ihn fest, lässt ihn brummen, verstärkt ihn. Auf der 2D-Karte trifft man immer wieder neue Figuren, die von Netzsucht erzählen, wie aufregend das alles für sie ist, aber auch schrecklich. In Soul Hackers gibt es eine “virtuelle Welt” namens Paradigm X, die aus heutiger Sicht zwar klein ist – sieht besteht eigentlich nur aus zwei Straßenzügen – aber wiederum: Das Summen. In Paradigm X gibt es verschiedene Foren, ein virtuelles Museum, von dem später ein Delfin-Unterwasserdungeon abzweigt, einen virtuellen Park. Und überall verwirrte Menschen, die von all dem neuen überfordert sind. Soul Hackers ist, zusammen mit dem Anime Serial Experiments Lain, für mich die Essenz der Internet-90er. Und die Dämonen, die man trifft, erzählen einfach immer wieder neues Zeug, beschweren sich über Hausarbeit, unglückliche Liebe, wollen einem im nächsten Moment verprügeln. Die eigentliche Hauptgeschichte ist nicht so wahnsinnig wichtig, stört aber auch nicht, solange man die 5 üblichen Atlus-08/15-Synchronsprecher aushalten kann. Nein, das hier ist eine NPC-Show. Mit nichtfeuchten Dungeons. Sorry, Legends of Grimrock 2. Deine feuchtglänzenden Gemäuer erschienen mir einfach nur obszön und kleine Hände am rechten unteren Bildschirm anklicken hat für mich nichts mit Spaß zu tun. Ich will Buttons mashen.

Mein Spiel des Jahres, ihr habt es befürchtet ist:

[ CLANS ]
Ich wollte ursprünglich, da Clans/Satanica gerade nur 0,29€ kostet, 50 bis 100 Steamkeys kaufen und allen Shodanisten damit eine “Freude” machen. Leider unterstützt Steam solche spontanen “Ideen” nicht. Zu meinem und eurem Glück vielleicht.
Clans ist das weltbeste Action-RPG. Raum betreten, sterben, Quickload, Raum betreten, keine HP verlieren. Es gibt zwar einige Tränke im Spiel, aber sie sind teurer und limiert. Erfahrungspunkte gibt es keine. Dafür viereckige Räume, ein paar Puzzles, finstere Renderhintergründe und kaum Story. Braucht man auch nicht. Irgendwie fühlt es sich casual an, aber es ist schwärzlichgrausumpfig. Das ist, was Clans ausmacht. Es ist ein kleines Licht, eine flackernde Kerze, kein Feuerwerk. Diese davon ausgehende Billigverzweiflung tut mir gut. Aber spielt ruhig weiter irgendeinen Scheiß und ignoriert Clans. Ihr werdet schon sehen!!!

Mittwoch, 12. November 2014

Arschtritt Lindgren kicks my ass: Heavy Bullets.













Denke beim Dschungel-Roguelite Heavy Bullets dauernd, wegen der Art, wie die gelangweilten Kinder sich einen Dschungel vorstellen und mit Farbe an Wände malen, an Astrid Lindgren und "Die Kinder im Dschungel". Warum muss sie so tief in meinem Kopf sein?
(Mit fünf wollte ich so sein wie der graue Kobold in dem Buch. Ich malte mir aus, wie es wäre, auch so einen Ringelschwanz zu haben und kriegte sogar ein entsprechendes Kostüm genäht - ich war dann allerdings eine einfache, graue Maus. Mit einem Stück Pappkäse als Requisite.)
Im Kindergarten wurde Wir Kinder aus Bullerbü vorgelesen. Man schickte mich und meinen Bruder raus, weil wir über die Namen Lasse und Bosse lachten.
Lindgren war überall, im Sitzkreis in der Grundschule, wo Michel aus Lönneberga dran war.
Nach Ronja Räubertochter benannte ich ein ganzes Album. So könnte das ewig weitergehen.
Das ist nicht in Ordnung. Lindgren konnte überhaupt nicht schreiben. Naja, sie hatte ein Gefühl für Griffigkeit und Stimmungen, das war es aber auch.
Von Tove Jansson, einer echten Kinderbuchautorin (deren Bücher lange Zeit schlecht ins Deutsche übersetzt wurden), redet heute kaum jemand, es bleibt eine - im Vergleich zu ihren Büchern - blasse Anime-Serie.

(Heavy Bullets ist übrigens toll. Glaubhafte Vegetation durch Abstraktion, eine Shootermechanik mit begrenzten Kugeln, die man immer wieder einsammeln muss, wodurch blindes Geballer komplett wegfällt, trotzdem äußerst schnell. Außerdem eine akzeptable Auslegung der mittlerweile müffelnden Neon-Palette.)

Montag, 1. September 2014

Mein Gastbeitrag bei These Nerds über Monstertrucks und die Schönheit kruder Spiele ist nun fertig. Aufregung!

Freitag, 29. August 2014

Schnell, schnell, Spiele! #1

Griff mir eine relativ beliebige Auswahl meiner Spielekäufe der letzten Monate heraus, mit dem Vorsatz, zu jedem Titel ein paar Worte zu verlieren.

Deus Ex: Human Revolution
 

Ekelte mich schon während des Intros an. Schaffte es nicht darüber hinaus. Ich würde gerne schreiben: "Hollywood für Menschen mit Behinderung", aber das ist nicht cool, deswegen stattdessen: "Für Menschen mit Beh- Behi-- Bewunderung für Hollywood."
Könnte noch was über die Hauptfigur sagen, möchte das aber eigentli ni- DAS BÄRTCHEN! Was für ein widerliches, kleines Bärtlein.
MEGA!
Adam, deine Geheimratseckchen, deine Verwendung billigster Haarpflegeprodukte, was soll das? Wasch dich mal!


The Stanley Parable


Hatte eine Demo, die jeden Schritt der Figur kommentierte und einige schamvolle Hihi-Momente erzeugte, in denen ich mir schön ertappt vorkam, auf so eine ganz basale Art und Weise, wie, wenn man mit dem Finger Zuckerreste vom Kaffeetassenboden abkratzt und dabei erwischt wird.
Das Hauptspiel blieb mir vor allem durch die Eigenheiten der Source Engine in Erinnerung, die Spielen so einen interessanten Glanz verpasst, als würde man einen Brutalismusbau mit einem dünnen Lack anstreichen. Ja, ich mag die Source Engine sehr gerne.
Die Offensichtlichkeit des Branchings fand ich dann weniger spannend, auch nicht die willkürlichen Veränderungen nach mehreren Durchgängen. Auf der einen Seite ein zu durchschaubares System, auf der anderen Seite ein intransparentes.


Paper Sorcerer


Das Spiel, das scheinbar jeder nach zwei Stunden weglegt. Hat Loopfehler in der Battlemusik. Der Wizardry-Ansatz, nicht sichtbare Dinge im Dungeon textlich zu beschreiben ist mächtig und begeistert mich.
Das rundenbasierte Kampfsystem wirkt jedoch wie von jemandem konstruiert, der noch nie einen Dungeon Crawler gespielt hat. Ich rede nicht von asigen Komfortfunktionen. Eigentlich interessiert mich das Grenzland zwischen Flow und Nichtflow ja sehr, hier neigt sich der Kopf aber sehr zu letzterem und dann auf die Tastatur. Schrecklich lange Kämpfe. Danach die Aussicht auf einen weiteren, schrecklich langen Kampf. Nicht okay. Dann doch lieber The Dark Spire. Oder Bane of the Cosmic Forge.


Consortium


Basiert auch auf der Source Engine, läuft auf meinem Computer aber gar nicht gut. Alle paar Wochen versuche ich einen weiteren Anlauf, weil ich unbedingt wissen will, was es denn nun mit diesen Crew-Interaktionen auf sich hat, die so anders und vielfältig sein sollen. Komme dabei aber nie weit, ich weiß nicht warum. Die Texte sind auch rechts abgeschnitten. Ich mag Texte total, deswegen ist es nicht okay, sie abgehackt und ungepatcht zu lassen. Über Monate.
Was mich auch nicht gerade motiviert, das quälende Intro durchzustehen ist, dass die Grafiker von Consortium kein besonderes Stilgefühl zu haben scheinen und meinen, Raumschiffe dürften niemals von einem Template abweichen, das sich wahrscheinlich ein Star Trek-Setdesigner in den 60ern mal aus schierer Materialnot bei einem Baumarktbesuch ausgedacht hat: niedrige Decken, furzende Türen, komische Konsolen mit Knöpfen. Finde allerdings die Idee, das Raumschiff von außen wie ein dickes, süßes Flugzeug aussehen zu lassen, ganz cool.

Dick und süß: Mein Stiefbruder hatte so ein Flugzeug, es war eines seiner ersten "Westspielzeuge"
und ich setzte mich ausversehen drauf.

E.Y.E.: Divine Cybermancy


Eigentlich ein ziemlich guter Titel. Ist auf so eine positiv-studentische Art und Weise wagemutig, mit korksigen Vokabeln, technomystischem Anstrich. Wie eine Reise in die Gedankenwelt eines Bald-Uniabbrechers, der  proppevoll mit Wissen, das nicht zu seinem Studium gehört, viel davon echt dummer Scheiß, aber nicht alles, bald zum Jupiter fliegen wird. So raketenrucksackmäßig, weißte? Prrrschhhhhhh, ich brauche keinen Abschluss, pprsschhhfhch, mein Wissen wird zu Treibstoff, wuiiii, tschüssi, Pforzheim, ich fliege ins All.
Das eigentliche Spiel ist ein Egoshooter mit einem Hackingansatz, der die zu hackenden Objekte endlich mal nicht als Opfer behandelt - per Hack angegriffene Türen schlagen zurück und kämpfen! Das ist echt nobel und entspricht so gar nicht dem Shooter-Paradigma, laut dem sich die ganze Spielwelt dem Spieler unterzuordnen hat.
Was mir aber nicht so gefällt ist, wie sehr die Drähte des Spiels freiliegen. Wird eine Map geladen, so findet ein sichtbarer "Verbindungsprozess" statt, als wäre man in einer Art Multiplayer-Partie, das ist zwar nur eine Formalität, weil natürlich im Endeffekt ein Ladebildschirm ein Ladebildschirm ist, aber ich finde bei Shootern, wo Welten aneinandergehängt und abgekoppelt werden wie Güterwagons, bricht die Illusion einer "ganzen" Welt sehr schnell. Eben besonders in E.Y.E.: Divine Cybermancy.

Adeligkeit und Steam.

Neulich lernte ich auf Steam den König des Kruden kennen. Er nennt sich (°o°) und ist bis heute der einzige Besitzer des Titels 4x4 Dream Race:

Ja, dort steht "nur" der Peakwert.
Liebe Statistiker, lasst meine Übertreibung leben.

4x4 Dream Race
ist wirklicht ungut, da gibt es nichts zu beschönigen, was mich aber mehr interessiert als dieses Autorennspiel ist die Fragilität der Adeligkeit. Allein durch meinen Eintrag hier könnte und, dank der unmenschlichen Gesetze des Internets WIRD, ein matschiger Scherzkeks 4x4 Dream Race kaufen. (°o°) fürchtet diesen Tag. Wird das Internet sich anständig verhalten können? Ich werde berichten.

Freitag, 9. Mai 2014

Billigfunkautos, die nur geradeaus und nach links fahren konnten, gekauft von unwissenden Eltern. Kinder, erst bedröppelt, dann hasserfüllt. Ihr Erfinder Gunpei Yokoi wurde '97 von einem Auto angefahren. Alles deutet daraufhin, dass der Fahrer ein verbittertes Geburtstagskind war.
Heute stilisieren die 1/2-Funkautokinder ihre damaligen Erfahrungen zu "ersten Begegnungen mit dem Unperfekten": "Wie ein Hund ohne Beine!"

Freitag, 31. Januar 2014

"Andere ham Pornos gedreht, ich wurde halt Might and Magic-Model. Tja, so war das
damals." (Andrea Berg in ihrer Biografie)


Freitag, 28. Juni 2013

_Always A Crush On The Same Game_ (II): Hotels

Galbadia Hotel (Final Fantasy VIII)

Ocean View Hotel (Vampire: The Masquerade – Bloodlines)

Lakeview Hotel (Silent Hill 2)

Cheng's Hotel (Unsolved Crimes)

Unnamed Hotel in Rennes-le-Château (Gabriel Knight 3)


Hotel Delfino (Super Mario Sunshine)

Hotel Dusk (Hotel Dusk: Room 215)


Samstag, 22. Juni 2013

Apartments in Omikron - Episode 1


Diese Videos zu schauen ist natürlich kein Ersatz dafür, die verschiedenen Charaktere zu spielen, zu Fuß den Weg zu ihren Wohnungen zu finden (ohne automatischen Taxitransport) und dort dann die verschiedenen Bücher und Magazinausschnitte durchzulesen, aber vielleicht können sie ein Anreiz sein.

Dienstag, 18. Juni 2013

Tetris führt einem vor Augen, dass man auch dann, wenn man ständig neue Chancen bekommt, sie immer wieder vertut. Aber nie, nie wird einem an der Stelle Angst und Bange, an der alles umkippt. Man wacht erst auf, wenn alles schon stürzt. "Deses mal arbeite ich sauber... und schon wieder alles so unordentlich".

Montag, 17. Juni 2013

Pigeon People (Adventure Game Studio, 2005)






BASIC-Parade Teil 3: Überwinterung (2007)

Ein IF-Adventskalender mit leider nur drei Türchen ...

... aber das Interface ist eine nette Fortführung von Kupferschlummer

Der Gast kocht


Der Gast ist verschwunden