Sonntag, 4. März 2012

Das unwiderstehliche Bedürfnis, den elektrischen Fliegenzapper anzufassen. Und dann: nichts, nicht mal ein leichtes Britzeln. Scheiß TÜV ey.

Mittwoch, 29. Februar 2012

29 / 02 / 2012

Ich streichelte die Datei mit vermeintlich fast fertigen Songs wochenlang, mit leicht zusammengekniffenen Augen. Mit der vollen Überzeugung, da in kurzer Zeit so viel Material zusammengeschrieben zu haben, dass es doch reichen muss für ein paar Songs.
Aber nicht alles, was man betrunken im Keller eines Clubs in sein Telefon getippt hat stellt sich später als brauchbarer Song heraus. Vielleicht hatte mich die Nyan Cat-Projektion im Keller des Metronom Clubs beeinträchtigt. Endlosschleife schleift Gehirn ab. Diesen Satz gab es so oder ähnlich schon sehr oft in diesem Blog. Gleich rege ich mich über das Wort Gehirn auf, weil es sich liest wie Gekräuse und Gekrauch - irgendwie unwürdig halt. Zwischen Brain und Mind, Gehirn und Gemüt muss es ja noch eine Zwischenstufe geben. Wie auch immer, ich hatte jetzt drei Wochen frei. Ich zappte da durch Spiele wie andere durchs Fernsehprogramm.
Ich hatte Phasen, in denen ich mich von den Phasen davor erholen musste. Grade eben habe ich Respekt vor Alkohol und Völlerei. 
Irgendwann kam dann das doch recht lang erwartete Paket von Annie Hardy und Aaron North. Hin und hergerissen zwischen Rührung (soviel Zeug und gefühlte persönliche Widmung) und dem Wissen, dass ich das bei eBay gekauft hatte (aber A. berichtete, den Namen V. immer im Auge gehabt zu haben). Ein Überraschungspaket. Auf der beigelegten Postkarte steht eine Adresse, an der ich mal einen Stein durchs Fenster werfen möge, sollte ich mal dran vorbeikommen. Dafür hab ich jetzt eine lebenslange Eintrittskarte für Giant Drag-Konzerte. Sollten die jemals wieder passieren. Eine kleine Band, eigentlich längst vergessen, aufrechterhalten über Paypal.  Neogrunge mit manchmal nicht ganz leicht erklärbarer Faszination.
Muss jetzt zum Briefkasten, zur Bank, in die Kaufhalle, Milch, Eier und Brot kaufen. Und Wurst.
Und dann mein Auto waschen.
Okay, hier stimmt was nicht: Ich muss zum Briefkasten und zur Bank. Eigentlich brauche ich nur Wasser und Erdnüsse. Auf Wurst und den anderen Neubaublock-Maiks Familie isst um 18 Uhr Ambndbrot-Kram kann ich verzichten. Ich hab auch kein Auto. Ich hab aber immerhin Haare, die ich mal waschen ... Ach komm jetzt.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Wunderschöne Interferenzen

Eine halbkonstruierte TV-Sendung, deren Ablauf vom Ansturm echten Wassers unterbrochen wird, das hat schon was aufregendes. Die reale Welt bricht ein die ebenfalls reale, aber behütetere Version ihrer selbst.
Hier eine Liste weiterer Wünsche für die kommenden TV-Monate:

Germany’s Next Topmodel

In den ersten Auswahlsendungen fällt eine Wand um und man sieht das Popstars-Studio, in dem gerade ein Casting läuft. Es kommt zu einer spontanen Umentscheidung mancher Kanditatinnen bezüglich ihres Talents und Berufswunsches. Ein großes Gerenne nach drüben, bis die Wand wieder steht.


Big Brother 2012

Der Container wird von Tief Olivia nach Oz gewirbelt. Ein paar Praktikanten können sich unten am Kabelgewirr des Häuschens festhalten und berichten mit ihren Smartphones. Die Böse Hexe des Ostens kriecht unter dem Container hervor und initiiert für den MDR ein Dorothy-Casting in märchenhafter Volksmusik-Kulisse.



Sommermädchen 2012

Die Mädchen müssen sich in deutschen Schwimmbädern bei laufendem Betrieb bewähren. Ihnen hat das aber keiner gesagt und sie wähnen sich an der Costa Daurada in Spanien. Bis zur letzten Folge freuen sie sich, dass die spanischen Männer viel schöner seien als die deutschen. Für den Zuschauer ist dieser Dauerirrtum ein großes Vergnügen. Auch das Geibeltbad in Pirna profitiert merklich.



Popstars - Engel haben kurze Beine

Die Kandidaten gehen zum Casting und spüren, dass der große Durchbruch ganz nah ist. Während einer Aufzeichnung fällt eine Wand um und man sieht das Germany's Next Topmodel-Studio, in dem gerade ein Casting läuft. Es eröffnen sich unbegrenzte Möglichkeiten. Was könnte hinter der nächsten Wand sein? Die Euphorie kennt keine Grenzen.

Dienstag, 24. Januar 2012

_ Always A Crush On The Same Game _

Azrael's Tear (1996, Intelligent Games)
Echo Night (1999, FromSoftware)




Shadowgate 64 (1999, Infinite Ventures)





Pathologic (2005, Ice-Pick Lodge)

Montag, 23. Januar 2012

Zum 25. wünsche ich mir eine Aschetorte mit Zigaretten als Kerzen.
Wir werden gemeinsam pusten, die Partikel sollen durch den Raum fliegen und alle lachen und husten. Dann darf ich das Vierteljahrhundertsgeschenk auspacken. Eine Kompaktkamera, die keine Einstellung von alleine vornimmt. Aber Mutti, ich habe euch doch mitgeteilt, dass ich mir diese Kamera bereits selber gekauft hab. Von euch wollte ich so gerne ein Zelt haben. Hatten wir nicht darüber gesprochen, unweit von Neujahr. Auf welchem Kanal sprachen wir?
Auf dem Mail-Kanal. Aber Junge, ich habe doch schon lange eine neue e-mail-Adresse. Habe ich sie nicht geschickt? An welche Adresse? Na an die... Die habe ich doch schon lange nicht mehr.


Pencil head case

Facebook war nie schlecht zu mir. Es brachte mir bei, mich bündig zu äußern und belohnte mich dafür. Dann aber kam eine Zeit, in der der Zwang zur Zuspitzung sich auf den Wuchs meines Kopfes auszuwirken begann. Er kriegte nach und nach die Form eines Bleistiftes. Damit ließen sich Bilder konstruieren, die sich jeder Geometrielehrer übers Bett gehängt hätte.
Zuletzt aber brach die Mine immer öfter ab, das Papier kriegte Löcher und die Zeichnungen verkauften sich nicht mehr so gut. Käufer beschwerten sich über Graphitspuren an den Wänden ihrer Galerien.
Vielleicht werde ich doch nie Servicekraft im öffentlichen Gebrauchskunstdienst.
Vielleicht lerne ich in Zukunft den Rhythmus der Maler, das Auftragen von Schichten. Trocknen lassen. Auftragen. Aus dem Fenster des Ateliers gucken.
In einem Schaufenster unten auf der Straße sehe ich ein Keyboard. Der Laden heißt "In & Out".
Facebook ist schlecht zu mir. Ich spüre die Hände, die mir entgegengestreckt und wieder entzogen werden, als kämen sie aus einer Kuckucksuhr. Sie wollen etwas, sie brauchen es nicht. Ich will es ihnen trotzdem recht machen. Ein Stück Schokolade bar auf die Hand. Die Uhr schlägt, ich nehme es als Belohnung. Aber sie hätte auch ohne mich geschlagen.

Samstag, 21. Januar 2012

electro pop rant

Irgendwann finde ich bei eBay nochmal so ein 404 SX-Faceplate, dann kann ich es bemalen lassen.
Von el moco oder so.
Aber bemalte Sampler sind wie Gitarren mit Zungen-Stickern und Bandlogos drauf. Etwas zu verspielt.
Graue Gesichtslosigkeit ist schön, schlechte Sounds sind schön. Einzig der Kaossilator mit seinen 100 unveränderlichen Klängen ist einfach witzlos - jeder einzelne von ihnen soll verrückt sein, anders, merkwürdig. Irgendwie erinnert das an den RnB-Generator, der vor ein paar Jahren in jedem Internetforum verlinkt wurde.
Genau wie dieses Plugin! Ihr könnt beten, dass euer Lieblingsmusiker es nicht benutzt...